Linksherzinsuffizienz: Symptome, Ursachen & Therapie

Eine Person in einem grauen Pullover vor einem Fluss
verfasst vonValentin Kronreif
zuletzt aktualisiert am3. November 2023

Die Linksherzinsuffizienz, auch bekannt als Herzschwäche, ist eine ernsthafte Erkrankung, bei der das Herz seine Pumpleistung nicht mehr in vollem Maße erfüllen kann. Sie beeinträchtigt den Blutfluss und damit die Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers.


In diesem Artikel gehen wir auf die Symptome, die Ursachen und die Therapie dieser Herzerkrankung ein. Wir erläutern die Unterschiede zwischen den zwei Arten der Linksherzinsuffizienz und klären über mögliche Komplikationen auf. 


Zudem beleuchten wir, welche Folgen eine Linksherzinsuffizienz haben kann und was Sie machen können, um Ihre Lebensqualität mit dieser Erkrankung zu verbessern. Anschließend beantworten wir noch häufige Fragen. 

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Linksherzinsuffizienz

Die Linksherzschwäche bezeichnet einen Zustand, in dem die linke Herzhälfte oder der linke Ventrikel (die linke Herzkammer) die Anforderungen des Körperkreislaufs nicht mehr erfüllen kann. Dabei ist die Pumpleistung der linken Herzhälfte unzureichend, um den Körper genügend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen.


In einigen Fällen führt diese Herzschwäche dazu, dass sich Blut in der Lunge staut, da es nicht mehr effizient in den Körperkreislauf gepumpt werden kann. Dies kann zu Symptomen wie einer verringerten Leistungsfähigkeit, Atemnot und Belastung der Lungen führen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Rechtsherzinsuffizienz.

Die 2 Arten der Linksherzinsuffizienz


Die Linksherzinsuffizienz kann auf zwei Arten auftreten, abhängig davon, welcher Teil der Pumpleistung des Herzens beeinträchtigt ist. 

Systolische Herzinsuffizienz


Die erste Form, die systolische Herzinsuffizienz, betrifft die Fähigkeit des Herzmuskels, sich zusammenzuziehen und Blut in den Körperkreislauf zu pumpen. Bei dieser Form ist die sogenannte Auswurffraktion (Ejektionsfraktion), die die Pumpkraft des Herzens misst, reduziert und liegt unter 35 bis 40 Prozent. Im gesunden Zustand liegt dieser Wert über 50 Prozent.

Diastolische Herzinsuffizienz


Die zweite Form ist die diastolische Herzinsuffizienz, bei der die linke Herzkammer versteift ist und ihre Fähigkeit verliert, sich ausreichend zu dehnen und Blut aufzunehmen. Obwohl die Pumpkraft des Herzens bei dieser Form oft erhalten bleibt, kommt es dennoch zu einer unzureichenden Blutversorgung (und Versorgung mit Sauerstoff) des Körpers und einem Blutrückstau in den Lungen, was zu Luftnot führen kann.

Akute und chronische Linksherzinsuffizienz


Neben diesen beiden Formen kann die Linksherzinsuffizienz auch in akuter oder chronischer Form auftreten. 

Akute Linksherzinsuffizienz


Die akute Linksherzinsuffizienz entwickelt sich plötzlich und erfordert eine sofortige medizinische Behandlung. Die Symptome können sich innerhalb weniger Stunden oder Tage manifestieren und umfassen schwere Atemnot, Husten und möglicherweise ein Lungenödem.

Chronische Linksherzinsuffizienz


Im Gegensatz dazu entwickelt sich die chronische Linksherzinsuffizienz über einen längeren Zeitraum und ist oft das Ergebnis einer allmählichen Verschlechterung der Funktion im Herzmuskel. Die Symptome können subtil sein und sich über Monate oder sogar Jahre entwickeln, was dazu führt, dass die Erkrankung oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird.

Röntgen Herz

Die Entstehung einer Linksherzinsuffizienz kann vielfältige Gründe haben. Hier die wesentlichen Ursachen einer Linksherzinsuffizienz:

  • Koronare Herzkrankheit (KHK)

  • Herzinfarkt

  • Herzmuskelerkrankungen

  • Herzklappenerkrankungen

  • Herzrhythmusstörungen

  • Toxische Einflüsse und Medikamente


Eine relative Linksherzinsuffizienz kann zudem bei einer sonst normalen Herzleistung durch eine zu hohe Belastung, zum Beispiel im Rahmen einer hypertensiven Krise, entstehen.


Es ist wichtig, dass Sie bei Symptomen einer Linksherzinsuffizienz frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Dieser kann die Ursache der Beschwerden feststellen und die geeignete Behandlung einleiten.

Die Symptome können je nach Ausmaß und Phase der Erkrankung variieren.

Eine akute Form der Herzinsuffizienz der linken Herzkammer verursacht typischerweise eine rasche Entwicklung von Symptomen. Aufgrund des Rückstaus von Blut in die Lunge entsteht ein Lungenödem, welches durch Atemnot gekennzeichnet ist. 


Gleichzeitig kann das sogenannte Vorwärtsversagen zu einem gefährlich niedrigen Blutdruck führen. Dies äußert sich in Form von Schwindel, Schwäche, Benommenheit und einer Neigung zum Zusammenbruch.

Bei einer chronischen Linksherzinsuffizienz hingegen können Symptome wie eine stark erhöhte Atemfrequenz, eine fortschreitende Atemnot, die sich verschlimmert, wenn der Patient liegt, hörbare Rasselgeräusche beim Atmen, Herzrasen oder Störungen der Herzfrequenz, niedriger Blutdruck sowie kalter Schweiß auftreten.

NYHA-Stadien Linksherzinsuffizienz

Die Schwere der Linksherzinsuffizienz und damit auch die Symptome werden oft nach der Klassifikation der New York Heart Association in NYHA-Stadien eingeteilt.


Die spezifischen Symptome und Beschwerden hängen stark von der Ausprägung der Herzmuskelschwäche ab. 

Anfänglich kann es zu einer Belastungsdyspnoe kommen, d. h. Kurzatmigkeit unter körperlicher Anstrengung. 

Mit fortschreitender Linksherzinsuffizienz kann sich diese Atemnot auch in Ruhe zeigen und schließlich zu einer Orthopnoe führen, das heißt, dass diese Menschen bereits beim Sitzen Atemnot erleben.

Eine rasselnde Atmung kann aufgrund der Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe der Lunge beobachtet werden, die bis zum Lungenödem führen kann. Ödeme, also Flüssigkeitsansammlungen, können sich auch an abhängigen Körperpartien, wie den Knöcheln, zeigen und bis zu einem generalisierten Ödem, der sogenannten Anasarka, führen.

Röntgen Lunge

Komplikationen bei Linksherzinsuffizienz: Lungenödem & mehr

Abschnitt mit dem Namen Komplikationen bei Linksherzinsuffizienz: Lungenödem & mehr

Eine Linksherzinsuffizienz kann zu vielfältigen Komplikationen führen. Als charakteristische Folge entsteht ein sogenanntes Rückwärtsversagen. Das Herz ist nicht mehr in der Lage, das ankommende Blut vollständig weiter zu pumpen, wodurch ein Blutrückstau entsteht. 

Dieser Rückstau verursacht Druck auf den linken Vorhof und erhöht den Druck in der Lunge. Durch den Druck sammelt sich das Blut in der Lunge an, was zur Ausbildung einer sogenannten „Stauungslunge“ führt. Hierbei tritt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Lungengewebe aus, was ein Lungenödem zur Folge hat.


Neben dem Lungenödem kann bei Herzinsuffizienz auch ein Pleuraerguss auftreten. Dieser entsteht, wenn sich vermehrt Flüssigkeit zwischen den Pleurablättern ansammelt. Das sind Bindegewebshüllen, die den Brustraum auskleiden und die Lunge umgeben. Ein solcher Pleuraerguss kann zu Symptomen wie Husten, Atemnot und einem Engegefühl in der Brust führen.


Ein weiteres Symptom der Linksherzinsuffizienz kann der sogenannte Herzhusten sein. Hierbei leiden Patienten unter wiederkehrenden Hustenanfällen, die vor allem im Liegen auftreten und oft schmerzhaft sind. Wenn Husten und Herzinsuffizienz im Vordergrund stehen, spricht man auch von Asthma cardiale, auch Herzasthma genannt.

Die Diagnose basiert auf einer ausführlichen Anamnese, einer umfassenden körperlichen Untersuchung, Laborwerten und bildgebenden Verfahren wie dem Belastungs-EKG, Stress-Echokardiographie, Kardio-MRT oder Koronarangiographie. 


Des Weiteren sind Herzklappenerkrankungen durch Herzecho erkennbar und Kardiomyopathie durch Herzecho unter Belastungsbedingungen und Kardio-MRT.


Nachfolgend steht die Diagnostik der Folgen im Vordergrund. Anzeichen einer Überwässerung, einer Lungenstauung, einer Herzleistungsschwäche, Herzklappenfehler und einer Sauerstoffuntersättigung des Blutes werden untersucht.

Diagnose-Linksherzinsuffizienz

Die Therapie einer Linksherzinsuffizienz verfolgt mehrere Ziele und beinhaltet allgemeine klinische Maßnahmen sowie eine medikamentöse Therapie. Zur Einstellung des Blutdrucks können ACE-Hemmer und Aldosteron-Antagonisten verwendet werden, die das Risiko eines plötzlichen Herztods bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz reduzieren können.

Diuretika und Betablocker dienen der Symptomlinderung und der Unterstützung der Herzfunktion. Im Falle von kritischer Koronardurchblutung können Herzkranzgefäße erweitert oder Bypässe oder ein Herzschrittmacher eingesetzt werden. 


Die Beseitigung der Ursachen, etwa durch korrekte Blutdruckeinstellung oder die Behebung von Herzklappenfehlern, ist ein weiteres primäres Therapieziel.


Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Erkrankung kann dazu beitragen, die Lebensqualität und Belastbarkeit der Patienten zu erhalten und das Fortschreiten der Herzschwäche zu verhindern.

Eine unbehandelte Linksherzinsuffizienz führt zu erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen und mindert zunehmend die Lebensqualität des Patienten. Im Laufe der Zeit nimmt die Herzleistung weiter ab. Folgende Auswirkungen sind typisch:

Entwicklung einer globalen Herzinsuffizienz


Aus einer linksseitigen Herzschwäche kann sich eine globale Herzinsuffizienz entwickeln. Das bedeutet, dass nicht nur die linke Herzkammer, sondern das gesamte Herz in seiner Funktion beeinträchtigt ist.

Verstärkte Beschwerden


Symptome wie Atemnot, Asthma Cardiale und Appetitlosigkeit verschlimmern sich.


Daher ist es wichtig, bei Verdacht auf eine Herzschwäche einen Arzt aufzusuchen. Durch gründliche Untersuchungen kann die Ursache der Beschwerden identifiziert und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Lebenserwartung-Linksherzinsuffizienz

Die Lebenserwartung bei Linksherzinsuffizienz variiert stark und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Insbesondere sind die Schwere der Herzinsuffizienz, die durchgeführte Therapie und das Vorhandensein von Begleiterkrankungen entscheidend.

  • Ohne Behandlung sterben etwa 10 % der Patienten im NYHA (New York Heart Association) Stadium I innerhalb eines Jahres. In Stadium IV sind es bereits etwa 50 % der Menschen.

  • Ursachen für den Tod können vielfältig sein, darunter Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall durch Gerinnselbildung, Herzversagen und akutes Nierenversagen.

  • Patienten mit Herzinsuffizienz müssen täglich ihr Gewicht überwachen und bei einer Zunahme von mehr als zwei Kilogramm innerhalb von drei Tagen einen Arzt aufsuchen.


Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Behandlung die Prognose erheblich verbessern kann. Jede Veränderung sollte jedoch ernst genommen und sofort dem Arzt gemeldet werden.

Pflege-bei-Linksherzinsuffizienz

Die Pflege bei Linksherzinsuffizienz erfordert ein umfassendes Wissen und einen einfühlsamen Umgang. Es ist wichtig, sich über die Erkrankung und ihre Anforderungen zu informieren, um die notwendige Unterstützung zu leisten. Hier sind einige Aspekte, die Sie beachten sollten:

  • Symptom-Kontrolle: Helfen Sie Ihrem Angehörigen, seine Beschwerden zu überwachen, um auf mögliche Veränderungen reagieren zu können.

  • Unterstützung im Alltag: Hilfestellung bei alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen oder Hausarbeiten kann die Belastung für den Patienten erheblich reduzieren. Kommunikation sollte immer im Mittelpunkt stehen.

  • Gesunde Ernährung: Achten Sie darauf, dass der Patient eine ausgewogene, gesunde Ernährung erhält.

  • Wohnraum anpassen: Passen Sie den Wohnraum an die eingeschränkte Mobilität des Patienten an, um Stürze zu vermeiden und die Selbständigkeit zu fördern.

  • Hilfsmittel einsetzen: Verwenden alle zur Verfügung stehenden Hilfsmittel wie einen Rollator, Treppenlift oder auch Inkontinenzmaterial, um dem Betroffenen das Leben zu erleichtern.

  • Hautpflege: Wassereinlagerungen, die durch Herzinsuffizienz entstehen können, erfordern eine besondere Hautpflege.

  • Medikamenteneinnahme: Es ist entscheidend, dass der Patient die verordneten Medikamente korrekt einnimmt. Unterstützen Sie ihn dabei, die Medikation korrekt und regelmäßig einzunehmen.


Die spezifischen Pflegeanforderungen hängen vom Ausmaß der Erkrankung ab. Eine enge Abstimmung mit dem behandelnden Arzt ist daher unerlässlich.

Die Linksherzinsuffizienz ist eine Form der Herzinsuffizienz, bei der die linke Herzhälfte, insbesondere die linke Herzkammer, ihre Pumpleistung nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Dies führt zur Dysfunktion des Herzens.

Bei einer Linksherzinsuffizienz kann das Herz das Blut nicht mehr effizient durch den Körper pumpen. Es entsteht ein Blutrückstau, der zur Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe führt und folglich zur Atemnot.

Zur Diagnose der Linksherzinsuffizienz wendet der Arzt oder die Ärztin verschiedene Methoden an. Dazu gehören unter anderem Herzultraschall-Untersuchungen, Bluttests und EKG, um die Herzleistung und die Funktion der Herzkammern zu überprüfen.

Ja, eine Linksherzinsuffizienz ist potenziell gefährlich. Sie kann zu ernsthaften Komplikationen wie Lungenödem, Asthma Cardiale und Herzrhythmusstörungen führen, die die Belastbarkeit des Patienten erheblich reduzieren können.

Prophylaktische Maßnahmen gegen Linksherzinsuffizienz beinhalten vor allem einen gesunden Lebensstil. Dazu gehören unter anderem ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Vermeidung von Belastung und regelmäßige Kontrollen beim Kardiologen.

Atemnot bei Linksherzinsuffizienz tritt aufgrund eines Rückstaus von Blut in der Lunge auf. Die Flüssigkeitsansammlung in der Lunge behindert die normale Atmung, was zu Kurzatmigkeit führt.

Husten bei Linksherzinsuffizienz ist eine Folge der Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Das überflüssige Flüssigkeitsvolumen reizt die Atemwege und verursacht Husten als Symptom der Erkrankung.

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