Parkinson Krankheit: Verlauf, Ursachen, Symptome & Therapie

Eine Person in einem grauen Pullover vor einem Fluss
verfasst vonValentin Kronreif
zuletzt aktualisiert am3. November 2023

Die Parkinson-Krankheit, auch als Morbus Parkinson bekannt, ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland. Nach Schätzungen betrifft sie rund 400.000 Menschen.


Diese komplexe und oft schwer zu verstehende Krankheit manifestiert sich in einer Vielzahl von Symptomen, wie verlangsamte Bewegung oder Zittern (Tremor).


In diesem Artikel geben wir Ihnen einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Aspekte von Morbus Parkinson. Wir werfen unter anderem einen Blick auf die Ursachen, die verschiedenen Formen der Erkrankung, die Symptome, die Behandlung und vieles mehr. 


Am Ende des Beitrags beantworten wir noch häufig gestellte Fragen.

Trust Badge

Alle Inhalte auf anni.care sind von Experten verfasst oder geprüft.

Morbus Parkinson

Die Parkinson-Krankheit, auch als Morbus Parkinson bekannt, ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland. Nach Schätzungen betrifft sie rund 400.000 Menschen. 


Diese komplexe und oft schwer zu verstehende Krankheit manifestiert sich in einer Vielzahl von Symptomen, wie verlangsamte Bewegung oder Zittern (Tremor).


In diesem Artikel geben wir Ihnen einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Aspekte von Morbus Parkinson. Wir werfen unter anderem einen Blick auf die Ursachen, die verschiedenen Formen der Erkrankung, die Symptome, die Behandlung und vieles mehr. 


Am Ende des Beitrags beantworten wir noch häufig gestellte Fragen.

Obwohl die genauen Ursachen des Verlustes von Nervenzellen im Gehirn noch nicht vollständig geklärt sind, haben Forscher mehrere Faktoren identifiziert, die zur Entstehung von Morbus Parkinson beitragen können.

1. Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn


Einer der wichtigsten Faktoren bei der Entstehung von Parkinson ist die Abnahme der Produktion des Neurotransmitters Dopamin, der in einer speziellen Hirnregion, der Substantia nigra im Mittelhirn, produziert wird. 


Die Substantia nigra des Gehirns enthält spezielle Nervenzellen, die für die Koordination und Kontrolle unserer Bewegungen verantwortlich sind. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff, der Signale zwischen den Nervenzellen weiterleitet und damit die Motorik steuert.


Betroffene von Parkinson sind von einem Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn sukzessive betroffen. Wenn mehr als 50 Prozent dieser Zellen des Nervensystems verloren gegangen sind, treten die typischen Parkinson-Symptome auf.


Es ist jedoch immer noch unklar, warum diese Dopamin Zellen im Gehirn überhaupt absterben. In den betroffenen Nervenzellen wurden Ablagerungen, sogenannte Lewy-Körperchen, gefunden. 


Diese enthalten das Protein Alpha-Synuclein, das in verklumpter Form vorliegt und den Tod der Nervenzellen im Gehirn verursachen könnte.

Nervenzellen

2. Umweltbedingte und genetische Faktoren


Neben diesen biologischen Faktoren können auch genetische und umweltbedingte Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Morbus Parkinson spielen. 


Es wurden zwar Fälle beobachtet, in denen die Parkinson-Krankheit innerhalb einer Familie auftritt, was auf eine genetische Veranlagung hinweist. Dennoch ist die Vererbung dieser Krankheit eher selten. 


Indes wurde spekuliert, dass Umweltgifte wie bestimmte Chemikalien, Viren, Bakterien und Schwermetalle ebenfalls zu den Ursachen des Zelltods zählen könnten.

3. Sekundäre Formen beim Parkinson Syndrom


Während das idiopathische Parkinson-Syndrom ohne erkennbare Ursache auftritt, gibt es auch sekundäre Formen. Hier ähneln die Symptome denen von Morbus Parkinson, werden jedoch durch andere Faktoren wie Medikamente, Drogen oder andere Erkrankungen verursacht.


Merke: Die genauen Ursachen von Morbus Parkinson sind komplex und vielfältig und sowohl genetische als auch umweltbedingte und biologische Faktoren können in der Entstehung der Erkrankung involviert sein.

Es gibt vier verschiedene Gruppen von Morbus Parkinson Syndromen:

1. Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS) / Primäres Parkinson-Syndrom / Morbus Parkinson


Das Idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS), auch als primäres Parkinson-Syndrom oder Morbus Parkinson bekannt, gilt als die am häufigsten auftretende Form aller Parkinson-Erkrankungen. 


Das idiopathische Parkinson Syndrom ist verantwortlich für das Absterben von Nervenzellen in der Substantia nigra im Mittelhirn, was zu einem Mangel an Dopamin führt. „Idiopathisch“ bedeutet, dass die Ursache des Zellsterbens nicht bekannt ist, was die Behandlung der Erkrankung erschwert.

2. Genetische Formen der Parkinson Erkrankung


In einigen Fällen kann Morbus Parkinson vererbt werden. Hierbei führen genetische Veränderungen dazu, dass mehrere Mitglieder einer Familie von der Parkinson-Krankheit betroffen sind. 


Bei diesen Patienten können Veränderungen in der Erbinformation, sogenannte Mutationen, die Erkrankung verursachen. Bei der genetischen oder familiären Form der Parkinson-Erkrankung können Symptome oft schon vor dem 50. Lebensjahr auftreten.

3. Das symptomatisches oder sekundäres Parkinson-Syndrom


Das sekundäre Parkinson-Syndrom ist eine Form der Parkinson-Erkrankung, die durch Umwelteinflüsse (zum Beispiel Giftstoffe), andere Erkrankungen (wie Durchblutungsstörungen oder Hirntumore) oder bestimmte Medikamente (zum Beispiel Neuroleptika) verursacht wird. 


Die Symptome ähneln denen des idiopathischen Parkinson-Syndroms, jedoch ist die Ursache in diesem Fall bekannt.

4. Das Atypische Parkinson-Syndrom / Parkinson-Plus-Syndrom


Das atypische Parkinson-Syndrom, auch als Parkinson-Plus-Syndrom bekannt, betrifft Systeme im Gehirn aufgrund anderer neurodegenerativer Erkrankungen. 


Hierzu zählen unter anderem die Multisystem-Atrophie (MSA), die Progressive supranukleäre Blickparese (PSP), die Lewy-Körperchen-Demenz und die Kortikobasale Degeneration (CBD).


Die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Parkinson-Syndromen ist nicht immer leicht und erfordert eine genaue Untersuchung und Diagnose der Beschwerden.


Insbesondere die Abgrenzung zwischen dem idiopathischen Parkinson-Syndrom und den Parkinson-Plus-Syndromen ist herausfordernd.

Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch eine Reihe charakteristischer Symptome gekennzeichnet ist. Diese Symptome entwickeln sich schleichend und können viele Jahre vor dem Auftreten der Hauptsymptome beginnen. 


Es ist wichtig, diese Symptome zu erkennen, um eine frühe Diagnose zu ermöglichen und die geeigneten Behandlungsstrategien einzuleiten.

Parkinson-Symptome

Haupt- und Nebensymptome von Parkinson


Die klassischen Hauptsymptome oder Kardinalsymptome der Parkinson-Krankheit, auch bekannt als Parkinson-Trias, sind:

  • Zittern (Tremor),

  • Bewegungsarmut (Akinese) und

  • Muskelsteifheit (Rigor).


Im weiteren Krankheitsverlauf treten oft Geh- und Haltungsstörungen (verlangsamte Bewegungen) auf, die häufig als viertes Hauptmerkmal von Morbus Parkinson angesehen werden.


Neben diesen Hauptmerkmalen gibt es eine Vielzahl von Nebensymptomen, die das Leben von Parkinson-Patienten beeinflussen können. Dazu gehören:

  • Schmerzen,

  • Schlafstörungen und

  • Störungen im Blasen- und Darmtrakt.


Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome der Parkinson-Krankheit von Person zu Person stark variieren können und daher eine individuelle Betrachtung und Behandlung erforderlich ist.

Restless legs als Vorstufe von Parkinson


Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine Erkrankung der Nervenzellen, die sich durch unangenehme Empfindungen in den Beinen und einen unwiderstehlichen Drang zur Bewegung äußert. RLS kann (aber muss nicht) als Frühsymptom der Parkinson-Krankheit auftreten. Auch hier sind die genauen Ursachen noch unbekannt. 

REM-Schlaf-Verhaltensstörung als weitere Vorstufe des Parkinson Syndrom


Eine besondere Rolle spielen die Schlafstörungen bei der Parkinson-Krankheit. Insbesondere die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung gilt als mögliche Vorstufe der Parkinson-Erkrankungen. 


Bei dieser Schlafstörung bewegen sich Betroffene im Traum und können sich selbst oder andere sogar verletzen. Etwa 70 bis 80 Prozent der Menschen mit dieser Schlafstörung entwickeln in den folgenden zehn bis 15 Jahren eine Parkinson-Krankheit.

Parkinson Symptome im Frühstadium


Im Frühstadium der Parkinson-Krankheit können Symptome wie Verstopfung, Schlafstörungen, ein vermindertes Mitschwingen der Arme beim Gehen, Störungen der Feinmotorik und Depressionen bei den betroffenen Menschen auftreten. 


Diese Symptome können oft viele Jahre vor den klassischen motorischen Symptomen wie Zittern (Tremor), Bewegungsarmut und Muskelsteifheit auftreten und bieten daher eine wichtige Möglichkeit zur frühzeitigen Diagnose und Behandlung.

Die Frühsymptome beim Parkinson-Syndrom sind meist unspezifisch und können diverse Bereiche des Körpers betreffen. Eine Diagnose kann nur ein Arzt stellen, doch ein Selbsttest kann helfen, erste Anzeichen zu identifizieren und einen Arztbesuch zu motivieren. 


Hier sind spezielle Fragen, die auf potenzielle Frühsymptome der Parkinson Krankheit hinweisen können:

  1. Zittert Ihre Hand manchmal, obwohl sie entspannt ist?

  2. Bewegt sich ein Arm beim Gehen weniger oder gar nicht?

  3. Beugen Sie sich vornüber, wenn Sie stehen oder gehen?

  4. Haben Sie einen schlurfenden Gang oder ziehen Sie ein Bein nach?

  5. Stolpern oder fallen Sie häufiger als sonst?

  6. Haben Sie Antriebslosigkeit oder Depressionsanzeichen bemerkt?

  7. Spüren Sie öfter Rückenschmerzen im Nacken- oder Schultergürtelbereich?

  8. Ziehen Sie sich sozial zurück und haben Sie weniger Interesse an Aktivitäten?

  9. Hat sich Ihre Stimme verändert, ist sie monoton oder leiser?

  10. Ist Ihre Handschrift kleiner geworden?

  11. Haben Sie Schlafstörungen oder zeigen im Schlaf ruckartige Bewegungen?

  12. Hat sich Ihr Geruchs- oder Geschmackssinn verschlechtert?

  13. Sind Ihre Bewegungen verlangsamt, besonders beim Aufstehen oder Losgehen?

  14. Machen Sie mehr Schritte, um sich umzudrehen?

  15. Leiden Sie unter niedrigem Blutdruck und Schwindelanfällen?

  16. Haben Sie Schwierigkeiten beim Schlucken oder einen erhöhten Speichelfluss?

  17. Leiden Sie unter verstärktem Schwitzen oder Hautproblemen wie trockener oder fettiger Haut?


Wenn Sie vier oder mehr Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Es handelt sich um potenzielle Frühsymptome für das idiopathische Parkinson Syndrom, was jedoch nicht zwingend bedeutet, dass Sie an Parkinson leiden. Nur ein Mediziner kann dies zweifelsfrei feststellen.

Die Diagnose von Morbus Parkinson ist ein vielschichtiges Unterfangen, das sowohl klinische Bewertungen als auch verschiedene medizinische Untersuchungen umfasst. 


Die Diagnose wird in der Regel durch einen Neurologen oder in einer Ambulanz für Bewegungsstörungen an einer neurologischen Uniklinik gestellt.


Sie basiert auf typischen Symptomen des Parkinson Syndroms und kann durch weiterführende Untersuchungen gesichert werden. Die Diagnose Parkinson beruht nicht nur auf körperlichen Symptomen, sondern auch auf einer umfassenden Anamnese.


Um andere Erkrankungen auszuschließen, wird bei jedem Patienten mit Bewegungsstörung eine Kernspintomographie des Kopfes (Gehirn) durchgeführt. Bei der medikamentösen Testung werden L-DOPA oder Apomorphin, entweder oral oder subkutan, verabreicht. 


Wenn bei dem L-Dopa-Test eine rasche Besserung der Symptome nach der Einnahme von L-Dopa (Dopamin) eintritt, spricht dies für die Diagnose Parkinson. Ein weiterer Test ist der Clozapin-Test, der besonders bei verschiedenen Tremor-Erkrankungen, einschließlich Parkinson-Tremor, genutzt wird.


Zur Diagnosesicherung kann eine nuklearmedizinische Untersuchung durchgeführt werden, insbesondere ein sogenanntes Dopamin Transporter-SPECT


Hierbei wird L-DOPA, die Vorstufe des bei Parkinson fehlenden Botenstoffs Dopamin, intravenös injiziert und seine Aufnahme in den Nervenzellen im Gehirn mittels bildgebender Verfahren dargestellt. 


Ergänzende nuklearmedizinische Untersuchungen können auch den Stoffwechsel im Gehirn darstellen und dazu beitragen, Parkinson gegen das atypische Parkinson Syndrom abzugrenzen.

Diagnose-Parkinson

Verlauf & Prognose bei Parkinson: Wie steht es um den derzeitigen Stand der Wissenschaft?

Abschnitt mit dem Namen Verlauf & Prognose bei Parkinson: Wie steht es um den derzeitigen Stand der Wissenschaft?

Die Parkinson-Krankheit ist eine komplexe und individuell verlaufende neurodegenerative Erkrankung. Fortschritte in Wissenschaft und Medizin bringen signifikante Verbesserungen für das Leben der Patienten. 


Betrachten wir den Krankheitsverlauf und die Prognose von Morbus Parkinson aus der Perspektive der gegenwärtigen Wissenschaft.

1. Verlauf der Erkrankung


Die ersten Anzeichen des Parkinson Syndroms können lange vor der offiziellen Diagnose auftreten und werden oft als normale Alterserscheinungen missinterpretiert. 


Der Verlauf der Erkrankung ist jedoch individuell, meistens nehmen die Beschwerden schleichend zu. Zunächst treten Bewegungsarmut, Muskelsteifheit und Zittern auf.


Im Frühstadium können Medikamente die Symptome oft lindern. Nach etwa 5 bis 10 Jahren verstärken sich die Symptome jedoch oft wieder, bedingt durch das Fortschreiten der Schädigung an den Nervenzellen im Gehirn. 


Zusätzliche Beschwerden wie Sprachstörungen, verlangsamte Bewegungen, Gedächtnisprobleme und psychische Störungen können folgen und das Leben mit Parkinson erschweren.

2. Prognose bei Morbus Parkinson


Die wissenschaftliche Forschung hat seit James Parkinson (1755–1824) bedeutende Fortschritte gemacht, um die Symptome des Parkinson Syndroms für betroffene Menschen zu lindern. 


Trotzdem ist das Fortschreiten der Krankheit bislang nicht aufzuhalten. Es wird intensiv an neuen Therapien geforscht, die an der Ursache der Erkrankung ansetzen.


Erste Erfolge mit molekularen und genetischen Methoden wecken Hoffnung für Betroffene auf zukünftige Therapien, die das Fortschreiten von Parkinson verzögern oder sogar heilen könnten. 


Überdies wird die Suche nach Biomarkern intensiviert, um eine Früherkennung zu ermöglichen und das Fortschreiten der Erkrankung besser überwachen zu können.

Die Behandlung von Morbus Parkinson zielt darauf ab, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. 


Dabei wird ein individueller Therapieplan erstellt, der auf dem Alter, dem Fortschreiten der Erkrankung und der sozialen Situation des Patienten basiert. Die Behandlung der Betroffenen kann sowohl mit Medikamenten als auch therapeutisch erfolgen, um wichtige Bewegungsabläufe zu trainieren.

1. Parkinson Medikamente


Therapien mit Medikamenten bei Parkinson zielen darauf ab, den Mangel an Dopamin auszugleichen und so die Symptome der Erkrankung zu lindern. Als Ersatz Botenstoff können L-Dopa, MAO-B-Hemmer, COMT-Hemmer, Dopamin-Agonisten und Anticholinergika verwendet werden.

2. Physikalische Verfahren


Neben der Therapie mit Medikamenten kommen auch physikalische Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie und Stimm- und Sprechtherapie in Deutschland zum Einsatz. Diese Therapien zielen darauf ab, die Beweglichkeit und das Wohlbefinden der Betroffenen auch im Alter zu erhalten und zu verbessern.

3. CBD bei Parkinson


Die Verwendung von CBD bei Parkinson ist umstritten und bedarf weiterer Forschung. Während CBD einige beruhigende und schmerzlindernde Eigenschaften besitzt, ist seine therapeutische Wirksamkeit bei Parkinson nicht eindeutig.

4. Kunsttherapie und Psychotherapien


Künstlerische und psychotherapeutische Ansätze können ebenfalls zur Therapie von Parkinson eingesetzt werden. Sie können die Motorik und soziale Teilhabe der betroffenen Menschen verbessern und zur Stimmungsaufhellung beitragen, jedoch ein Fortschreiten der Erkrankung nicht aufhalten.

5. Parkinson-Übungen


Eine wichtige Ergänzung zur medikamentösen Therapie und Physiotherapie bei Parkinson sind spezifische Bewegungsübungen. 


Obwohl sie den Krankheitsverlauf nicht direkt beeinflussen, können sie dazu beitragen, die Symptome der betroffenen Menschen zu lindern, die Koordination zu verbessern, das Gleichgewicht zu stärken und gegen verlangsamte Bewegungen vorzugehen. 


Insbesondere im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit, wenn Gleichgewichtsstörungen auftreten, können gezielte Übungen helfen, das Körpergefühl zu verbessern und Stürze zu verhindern.

Parkinson ist im traditionellen Sinne keine Erbkrankheit, wobei erbliche Faktoren in etwa 5-10 % der Fälle jedoch eine Rolle spielen könnten.Gentests können dabei helfen, genetische Anomalien aufzudecken, die mit dem Parkinson Syndrome in Verbindung gebracht werden. 


Dennoch ist die Entstehung der Erkrankung komplex und erfordert ein Zusammenspiel von Umweltfaktoren, genetischen Faktoren und individueller Körperphysiologie.

Parkinson und Demenz sind eng miteinander verbunden: Bis zu 40 % der Parkinson-Erkrankten entwickeln auch eine Parkinson-Demenz. Diese Demenzform unterscheidet sich von anderen, da hier kognitive Einschränkungen, nicht Gedächtnisprobleme, wie bei der Alzheimer-Krankheit, im Vordergrund stehen. 


Betroffene Menschen wirken im Alter oft apathisch, mit einer Tendenz zu Persönlichkeitsveränderungen und Stimmungsschwankungen.

Die Diagnose Parkinson hat weitreichende Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Menschen und ihren Angehörigen. Die Konsequenzen der Erkrankung betreffen sowohl körperliche als auch emotionale Aspekte des Lebens dieser Menschen:

1. Persönlichkeitsveränderungen bei Parkinson


Ein wesentlicher Aspekt der Parkinson-Krankheit ist die mögliche Veränderung der Persönlichkeit bei den Betroffenen. 


Diese kann durch einen Mangel an verschiedenen Botenstoffen, insbesondere dem Botenstoff Dopamin und Serotonin, verursacht werden. Einige Parkinson-Medikamente können ebenfalls das Verhalten und die Persönlichkeit beeinflussen.

2. Psychische Auswirkungen


Parkinson-Patienten können neben körperlichen Symptomen auch verschiedene psychische Belastungen erfahren. Dazu gehören kognitive Einschränkungen durch die Erkrankung, Verlust des Problemlösungsvermögens und Gedächtnisstörungen, da Nervenzellen absterben. 


Depressionen sind ebenfalls häufig. Diese psychischen Veränderungen können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.

3. Gedächtnisprobleme


Viele Patienten erleben kognitive Veränderungen, die das Denken verlangsamen und die Orientierung und Planung erschweren können. Manche Patienten entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung eine Parkinson-Demenz.

4. Physische Folgen von Parkinson


Schluckbeschwerden: Parkinson kann den komplexen Vorgang des Schluckens beeinträchtigen und zu Schluckstörungen (Dysphagie) führen. Dies kann das Risiko von Aspiration und anschließenden Infektionen erhöhen.


Harntraktstörungen / Inkontinenz: Viele Parkinson-Patienten leiden unter Blasenfunktionsstörungen und Harninkontinenz. Die Dranginkontinenz ist besonders verbreitet.


Störungen des Magen- und Darmtrakts: Verdauungsprobleme sind häufig und können sich in Form von Völlegefühl oder Verstopfung manifestieren. Diese sind das Ergebnis der Beeinträchtigung der Organfunktionen durch die Krankheit.


Motorische Symptome: Parkinson-Patienten haben verlangsamte Bewegungen und leiden unter Bewegungsarmut, Gangstörungen, Zittern (Tremor) und Steifheit der Muskeln.


Parkinson kann also nicht nur das physische, sondern auch das emotionale und soziale Wohlbefinden beeinträchtigen. Eine angepasste Therapie kann jedoch dazu beitragen, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

Leben mit Parkinson Syndrom: Tipps bei Beschwerden und Veränderungen

Abschnitt mit dem Namen Leben mit Parkinson Syndrom: Tipps bei Beschwerden und Veränderungen

Das Leben mit Parkinson kann herausfordernd sein, aber es gibt Strategien, die helfen können. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Krankheit mit Medikamenten kann die Symptome des Parkinson Syndrome lindern und ein aktives Leben, auch im Alter, ermöglichen.


Regelmäßige Bewegung und Aktivität, sowohl körperlich als auch sozial, sind oft von Vorteil. Selbsthilfegruppen können eine wertvolle Unterstützung für die Betroffenen sein, um Informationen auszutauschen und Unterstützung zu finden. 


Eine ausgewogene Ernährung kann medikamentöse Effekte positiv beeinflussen. Ferner können Fachkliniken und Therapeuten in Deutschland spezielle Hilfe und Beratung bei Parkinson bieten, um die Krankheit bestmöglich zu bewältigen.

Leben mit Parkinson

Bei Parkinson ist das Gehirn betroffen, insbesondere eine Region namens Substantia Nigra, die für die Produktion des Neurotransmitters Dopamin verantwortlich ist. Ein Mangel an Dopamin führt zu den charakteristischen motorischen Symptomen von Parkinson. Es ist wichtig zu betonen, dass Parkinson eine komplexe Erkrankung ist, die auch andere Bereiche des Gehirns betrifft und eine Reihe von nicht-motorischen Symptomen verursacht.

Parkinson ist in fünf Stadien nach der Hoehn und Yahr Skala klassifiziert, die auf der Schwere der Symptome basiert. Im ersten Stadium sind die Symptome mild und betreffen in der Regel nur eine Körperseite, während im fünften und letzten Stadium schwere Symptome auftreten, die beide Körperseiten betreffen und die Unabhängigkeit des Patienten erheblich einschränken. Das Fortschreiten der Krankheit von einem Stadium zum nächsten kann variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Behandlungsstrategie und des allgemeinen Gesundheitszustands des Patienten.

Nach zehn Jahren haben Patienten mit Parkinson typischerweise eine Progression der Symptome und eine Abnahme der Medikamentenwirksamkeit erlebt. Dies kann zu einem Wechsel in der medikamentösen Therapie führen und häufiger die Notwendigkeit, zusätzliche Unterstützung für tägliche Aktivitäten in Anspruch zu nehmen. In manchen Fällen können kognitive Probleme, einschließlich Demenz, auftreten, obwohl dies nicht bei allen Patienten der Fall ist.

Die genaue Ursache für Parkinson ist nicht bekannt, wird aber als eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren betrachtet. Einige Studien haben auch das Alter als wichtigen Risikofaktor identifiziert, da die Krankheit meistens Menschen über 60 betrifft. Es gibt jedoch auch Fälle von frühem Parkinson, die Menschen in jüngerem Alter betreffen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson kann ähnlich wie bei Menschen ohne die Krankheit sein. Es ist wichtig zu beachten, dass Parkinson selbst in der Regel nicht zu einem vorzeitigen Tod führt, sondern die Symptome und Komplikationen, die mit der Krankheit einhergehen, die Lebensqualität beeinträchtigen können. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen und diesen regelmäßig zu überprüfen.

Viele Menschen mit Parkinson erleben Schmerzen, die durch Muskelsteifheit, Veränderungen in der Körperhaltung und Schwierigkeiten bei der Bewegung verursacht werden können. Diese Schmerzen können in ihrer Intensität variieren und von leichten Beschwerden bis hin zu chronischen, starken Schmerzen reichen. Schmerzmanagement ist daher ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Parkinson.

Die Diagnose von Parkinson erfolgt in der Regel durch eine Reihe von neurologischen Untersuchungen und ein ausführliches Gespräch über die Symptome und Krankengeschichte des Patienten. Es gibt keine spezifischen Tests, die Parkinson eindeutig diagnostizieren können, daher basiert die Diagnose auf der Beurteilung der Symptome. Bei einigen Patienten können bildgebende Verfahren wie MRTs oder DaTSCANs verwendet werden, um andere Ursachen der Symptome auszuschließen.

Eine genaue Methode, um sich vor Parkinson zu schützen, existiert nicht, allerdings gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko möglicherweise verringern könnten. Dazu gehören regelmäßige körperliche Aktivität, eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Umweltgifte, die mit Parkinson in Verbindung gebracht werden. Studien deuten darauf hin, dass der Verzehr von Kaffee und grünem Tee sowie der Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten möglicherweise einen schützenden Effekt haben könnten.

Es gibt keine spezifischen Lebensmittel oder Aktivitäten, die bei Parkinson strikt vermieden werden sollten, aber es ist wichtig, dass Patienten mit ihrem Arzt oder Ernährungsberater über mögliche Wechselwirkungen zwischen ihrer Medikation und bestimmten Lebensmitteln oder Ergänzungen sprechen. Alkohol und Tabak sollten vermieden werden, da sie das Risiko für andere Gesundheitsprobleme erhöhen können. In einigen Fällen kann der Verzehr von proteinreichen Mahlzeiten die Wirksamkeit von Levodopa, einem häufig verschriebenen Medikament für Parkinson, beeinflussen.

Verschiedene Faktoren können die Parkinson-Symptome verstärken. Dazu gehören Stress, Schlafmangel, eine Infektion oder eine Änderung der Medikation. Es ist auch möglich, dass einige Lebensmittel oder Medikamente die Symptome verschlimmern, daher ist es wichtig, dass Patienten alle Änderungen ihrer Symptome mit ihrem Arzt besprechen.

Das Endstadium von Parkinson ist sehr individuell und kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren dauern. Es ist gekennzeichnet durch schwere motorische und nicht-motorische Symptome, die eine umfassende Betreuung und Unterstützung erfordern. Zu diesem Zeitpunkt können auch palliative Pflegestrategien zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität in Betracht gezogen werden.

Parkinson kann die physische, emotionale und kognitive Gesundheit eines Betroffenen erheblich beeinflussen. Die motorischen Symptome können das Gehen, das Sprechen und andere Alltagsaktivitäten erschweren, während nicht-motorische Symptome wie Depressionen, Angstzustände und kognitive Probleme auch erhebliche Auswirkungen haben können. Die individuelle Persönlichkeit eines Menschen bleibt jedoch grundsätzlich erhalten, auch wenn seine Fähigkeit, sich auszudrücken oder sozial zu interagieren, beeinträchtigt sein kann.

Ein "Parkinson-Gesicht" kann sich durch eine verminderte Mimik bemerkbar machen, die zu einem maskenhaften, ausdruckslosen Gesichtsausdruck führt. Dies ist das Ergebnis von Bradykinesie (Verlangsamung der Bewegung), einem der Hauptmerkmale der Krankheit. Manchmal kann es auch zu anderen Symptomen wie vermehrtem Blinzeln oder Störungen des Lidschlusses kommen.

Bei einer plötzlichen Verschlechterung der Parkinson-Symptome sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Es könnte eine Anpassung der Medikation oder eine Untersuchung auf mögliche zugrunde liegende Gesundheitsprobleme erforderlich sein. Manchmal kann eine plötzliche Verschlechterung auch ein Zeichen für eine Infektion oder eine andere ernsthafte Erkrankung sein, die sofortige Aufmerksamkeit erfordert.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers auf anni.care verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Auf dem Bild erscheinen sie: ein orthopädisches Bett, ein Ellenbogenpolster, eine Windel für Erwachsene, ein Stuhl, ein Caddy mit sechs Rädern
Hilfsmittel

Alltagshilfen

Praktische Alltagshilfen für Senioren

Zum Beitrag

Valentin Kronreif · 27. Juli 2023

Parkinson Demenz
Gesundheit

Parkinson-Demenz

Parkinson Demenz: Symptome, Verlauf & Endstadium

Zum Beitrag

Valentin Kronreif · 3. November 2023